Kann ein neuer Motor diesen Kran retten? Der große Test – Liebherr LTM 1060

In unsere Werkstatt kam ein Mobilkran Liebherr LTM 1060, dessen Motor so stark beschädigt war, dass sich eine Überholung wirtschaftlich nicht mehr lohnte. Stattdessen haben wir dem Kunden einen gebrauchten Liebherr 9406 in gutem Zustand angeboten – mit den Anbauteilen aus der Kundenmaschine umgerüstet und auf dem Prüfstand getestet. Das Video zeigt den gesamten Einbau: vom Anheben des Oberwagens über das Verbinden von Motor und Getriebe bis zum Erststart und zur Probefahrt.

Vorbereitung: Oberwagen hoch, Zugang zum Motorraum

Der Kran stand in unserer Halle, was die Arbeit bei winterlichem Wetter deutlich erleichterte. Um den Motor in den Motorraum zu bringen, musste zuerst der gesamte Oberwagen angehoben und zur Seite gesetzt werden. Der Kunde hatte den Motorraum vorab gereinigt – das beschleunigt den Einbau und macht eventuelle Undichtigkeiten nach dem Start sofort sichtbar.

Motor mit Getriebe verbinden und Kupplung montieren

Motor und Getriebe wurden unten, außerhalb der Maschine, verschraubt und erst danach als komplette Einheit mit dem Hallenkran eingesetzt:

Zum Schluss montierten wir den Rahmen mit Pumpen und Filter, eine zusätzliche Pumpe, das Antriebsgetriebe der Hauptpumpe sowie die Lichtmaschine – die Transportpalette hatte das vorher nicht zugelassen.

Einbau im Motorraum und Anschlüsse

Die ausgerichtete Einheit aus Motor und Getriebe wurde in den Motorraum abgesenkt und auf die Lager gesetzt. Dann folgte der aufwendigste Teil: zwei Teile des Kabelbaums verlegen und anschließen, dazu Hydraulikschläuche, Kühlsystem, Magnetventile, Anlasser sowie die Steuerleitungen für Motorbremse und Motorabstellung. Nach dem Anschluss der Hydraulik wurde das System entlüftet und mit Öl befüllt.

Erststart und Tests

Den Motor starteten wir zunächst ohne angeschlossene Ansaugung und Abgasanlage – etwas Luft im System, aber ohne größere Probleme. Nach dem Auffüllen der Flüssigkeiten (jede Pumpe zieht nach dem Start Hydrauliköl nach), der Montage des Saugkrümmers zum Kühler mit neuen Dichtungen und der Komplettierung der restlichen Anbauteile trat noch ein Problem auf: der Oberwagenrechner hatte seine Kalibrierung verloren. Die Steuerung erkannte weder die Stellung des Oberwagens noch die Seillänge auf der Trommel und ließ das Ablegen nicht zu. Nach der Kalibrierung verließ der Kran die Werkstatt aus eigener Kraft.

Bei der Probefahrt prüften wir die Schaltvorgänge, die Temperaturen und die Dichtheit. Einige Kranfunktionen arbeiteten anfangs nicht – Ursache war eine unterbrochene Steuerleitung zu den Magnetventilen. Nachdem sie gefunden und repariert war, funktionierten alle Funktionen einwandfrei und die Maschine ging wieder in den Einsatz.

Fazit

Wir übernehmen Überholungen von Verbrennungsmotoren und den Baumaschinenservice; unser Vertrieb hilft Ihnen gerne bei der Auswahl der passenden Teile und Lösung.

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