Überholung des Liebherr D934 A7 Motors in der Liebherr PR 736 Planierraupe - umfassender Service und Motorenprüfstandstests
Liebherr PR 736 Planierraupe und D934 A7 Motor - ein effizientes Duo für schwere Erdarbeiten
Ein Liebherr D934 A7 Motor, ausgebaut aus einer Liebherr PR 736 Planierraupe, wurde an unsere Servicewerkstatt übergeben. Diese Maschine gehört zur Gruppe moderner Planierraupen, die im Straßenbau, bei Erdarbeiten, der Landrekultivierung sowie der Vorbereitung von Investitionsflächen eingesetzt werden. Das Modell PR 736 ist mit einem hydrostatischen Antriebssystem und einem Liebherr D934 A7 Dieselmotor mit einem Hubraum von ca. 7 Litern und einer Leistung von rund 150 kW ausgestattet. Diese Konstruktion wurde für hohe Effizienz bei gleichzeitig reduziertem Kraftstoffverbrauch entwickelt.
Der Maschinenhersteller Liebherr entwickelt seit vielen Jahren eigene Lösungen sowohl für Baumaschinen als auch für Antriebseinheiten. Dadurch ist der D934 A7 Motor hervorragend in die Arbeitssysteme der Planierraupe PR 736 integriert. Trotz der hohen Langlebigkeit der Antriebseinheit führt der intensive Einsatz unter schwierigen Geländebedingungen im Laufe der Zeit zu natürlichem Verschleiß der Komponenten.
In diesem Fall meldete der Betreiber einen allmählichen Leistungsverlust, erhöhten Motorölverbrauch und eine deutliche Rauchentwicklung der Abgase unter Last. Die Maschine war viele Jahre lang bei schweren Erdarbeiten in der Umgebung von Kielce in der Woiwodschaft Heiligkreuz (Świętokrzyskie) im Einsatz. Unser mobiler Service führte eine Erstdiagnose direkt beim Kunden durch und organisierte anschließend den Ausbau des Motors sowie den Transport der Einheit in unser Werk nach Kojszówka.
Erstdiagnose des Liebherr D934 A7 Motors
Der erste Schritt bestand in einer detaillierten Diagnose des noch in der Maschine eingebauten Motors. Der Bediener berichtete von einem allmählichen Leistungsabfall beim Schieben von Material sowie von einem erhöhten Kraftstoffverbrauch. Zudem trat beim Starten des kalten Motors eine charakteristische blaue Rauchentwicklung auf.
Unsere Techniker begannen die Diagnose mit der Überprüfung der Betriebsparameter und der Servicehistorie. Anschließend wurden der Öldruck gemessen, die Betriebsparameter des Kraftstoffsystems bewertet und der Kompressionsdruck gemessen. Die Ergebnisse zeigten ungleichmäßige Kompressionswerte zwischen den Zylindern.
Um diese Vermutungen zu bestätigen, wurden zusätzlich ein Zylinderdichtheitstest und eine endoskopische Inspektion des Brennrauminnenraums durchgeführt. Die Untersuchungen zeigten Verschleißspuren an den Zylinderwänden sowie erhöhte Blow-by-Gase in das Kurbelgehäuse. Auf der Grundlage der durchgeführten Messungen wurde die Entscheidung getroffen, eine komplette Überholung der Antriebseinheit durchzuführen.
Ausbau des Motors aus der Liebherr PR 736 Planierraupe
Nachdem der Reparaturumfang festgelegt war, begannen unsere Mechaniker mit dem Ausbau des Motors. Die Arbeiten wurden auf dem Gelände des Kunden mit einem vom Maschinenbesitzer bereitgestellten Kran durchgeführt. Der Ausbau begann mit der Sicherung der elektrischen Systeme und dem Abklemmen der Batterien.
Anschließend wurden das Kühlsystem und das Schmiersystem entleert. Die Kraftstoffleitungen, die mit den Motoranbauteilen zusammenwirkenden Hydraulikleitungen, die elektrische Anlage, die Ansaugleitungen und das Abgassystem wurden abgeklemmt. Besondere Aufmerksamkeit wurde dem Schutz aller Anschlüsse vor Verunreinigungen gewidmet, die in das Innere der Systeme gelangen könnten.
Nach dem Entfernen der Nebenaggregate wurden die Motorhalterungen und die Verbindungselemente gelöst, die die Antriebseinheit mit dem Kraftübertragungssystem verbinden. Nach Abschluss aller vorbereitenden Maßnahmen wurde der Motor sicher aus dem Maschinenraum gehoben und für den Transport zu unserem Überholungswerk vorbereitet.
Motorüberprüfung in der Werkstatt
Nach der Anlieferung des Liebherr D934 A7 Motors in Kojszówka wurde eine vollständige technische Überprüfung eingeleitet. Der erste Schritt bestand darin, die Drehbarkeit der Kurbelwelle zu prüfen und eine Fotodokumentation aller Komponenten vor der Demontage zu erstellen.
Nach dem Zerlegen des Motors in seine Einzelteile bestätigten sich die früheren Vermutungen bezüglich des Verschleißes des Kurbel-Kolben-Systems. Die Zylinderlaufbuchsen wiesen deutliche Verschleißspuren auf, und die Kolbenringe hatten einen Teil ihrer Dichtwirkung verloren. Auf den Kolbenböden waren Ablagerungen sichtbar, die typisch für einen langfristigen Betrieb bei verringerter Dichtheit der Brennräume sind.
Es wurde auch eine Kurbelwellenprüfung durchgeführt, die das Messen der Haupt- und Pleuellagerzapfen, die Kontrolle der Ölkanäle und die Messung des Rundlaufs umfasste. Die Welle qualifizierte sich für eine Regeneration. Die Pleuelstangen wurden ebenfalls auf Verdrehung, Biegung und eventuelle Überhitzungsspuren überprüft.
Der Zylinderkopf wurde einer Dichtheitsprüfung in einem beheizten Wasserbad unterzogen. Zusätzlich wurden die Ventilsitze, Führungen und die Dichtfläche überprüft. Nockenwelle, Turbolader und Komponenten des Kraftstoffsystems wurden ebenfalls kontrolliert.
Regeneration des Kurbel-Kolben-Systems
Der Umfang der Überholungsarbeiten umfasste den kompletten Neuaufbau des Kurbel-Kolben-Systems. Die Kurbelwelle wurde gemäß den technischen Unterlagen des Herstellers geschliffen. Nach der Bearbeitung wurden eine Kontrolle aller Maße und ein Auswuchten durchgeführt.
Es wurden neue Haupt- und Pleuellagerschalen, ein kompletter Satz Kolben, Kolbenringe und Zylinderlaufbuchsen verwendet. Alle Komponenten wurden gemäß den Herstellervorgaben montiert, wobei die entsprechenden Anzugsdrehmomente eingehalten und die Einbauspiele kontrolliert wurden.
Vor der Endmontage wurden der Motorblock und alle Ölkanäle gründlich gereinigt. Dadurch konnten Verunreinigungen beseitigt werden, die sich negativ auf die Lebensdauer der überholten Einheit auswirken könnten.
Regeneration des Zylinderkopfs des Liebherr D934 A7 Motors
Während der Überholung wurde auch eine vollständige Regeneration des Zylinderkopfs durchgeführt. Der Prozess umfasste das Planen der Dichtfläche, den Austausch der Ventilführungen und den Einbau neuer Ventile. Eine Bearbeitung der Ventilsitze sowie eine Dichtheitsprüfung nach Abschluss der Arbeiten wurden ebenfalls durchgeführt.
Nach Abschluss der Regeneration wurde der Zylinderkopf erneut Dichtheitstests unterzogen. Erst nach Erreichen korrekter Ergebnisse wurde er für die Endmontage freigegeben.
Reparatur des Kraftstoffsystems und der Anbauteile
Das Kraftstoffsystem wurde gründlich überprüft. Die Einspritzdüsen wurden auf einem Prüfstand getestet. Die Einspritzpumpe wurde an einen Fachbetrieb übergeben, der auf die Regeneration von Einspritzsystemen spezialisiert ist.
Der Turbolader wurde auf Radial- und Axialspiel überprüft. Verschleißteile, die die Dichtheit des Ladedrucksystems beeinflussen, wurden ausgetauscht. Zudem wurden Lichtmaschine, Anlasser, die elektrische Anlage und die mit dem Motorsteuerungssystem zusammenwirkenden Sensoren überprüft.
Professionelle Montage des Motors nach der Überholung
Nach Abschluss aller Regenerationsarbeiten begannen wir mit dem Zusammenbau der Antriebseinheit. Die Montage wurde von erfahrenen Mechanikern durchgeführt, die auf Liebherr-Motoren für Baumaschinen spezialisiert sind.
Jeder Montageschritt wurde dokumentiert. Besondere Aufmerksamkeit wurde der korrekten Einstellung der Steuerzeiten, der Spielkontrolle und der ordnungsgemäßen Schmierung der Komponenten während der Montage gewidmet. Alle Dichtungen wurden durch neue ersetzt. Zudem wurden neue Filter und Betriebsmittel verwendet.
Nach Abschluss des Zusammenbaus wurden erste Tests des Schmiersystems und Dichtheitsprüfungen durchgeführt. Dadurch konnten potenzielle Unregelmäßigkeiten noch vor dem ersten Starten ausgeschlossen werden.
Vor der Vorbereitung des Motors für den Prüfstand wurden auch Betriebsschläuche ausgetauscht sowie die Anschlüsse des Kühlsysteme und die Ansaugverbindungen überprüft. Alle Gewinde wurden auf das korrekte Anzugsdrehmoment hin überprüft. Solche Maßnahmen minimieren das Risiko eines Ausfalls nach dem Starten des Motors in der Maschine.
Test des Liebherr D934 A7 Motors auf dem Motorenprüfstand
Einer der wichtigsten Schritte des gesamten Prozesses war der Test auf unserem Motorenprüfstand. Dies ist eine Lösung, die WIBAKO von vielen Unternehmen unterscheidet, die Motoren für Baumaschinen reparieren. Dank des Prüfstands können wir den Motor noch vor dem Einbau in die Maschine testen, was das Risiko von Problemen bei der Inbetriebnahme beim Kunden erheblich reduziert.
Nach Abschluss der Montage wurde der Motor auf dem Prüfstand montiert. Zunächst wurden das Startverfahren und eine Überprüfung der grundlegenden Betriebsparameter durchgeführt. Überwacht wurden Öldruck, Kühlmitteltemperatur, Abgastemperatur, Ladedruck und die Betriebsstabilität in verschiedenen Drehzahlbereichen.
Der nächste Schritt war ein mehrstündiger Einfahrprozess. Über mehr als 16 Betriebsstunden lief der Motor bei einer Last von ca. 20-30% des Nennwerts. In dieser Zeit wurde das Verhalten aller Komponenten kontrolliert und die von den Messgeräten erfassten Betriebsparameter wurden analysiert.
Nach Abschluss der Einfahrphase wurde eine Reihe von Volllasttests gestartet. Der Motor wurde mehrfach in verschiedenen Drehzahlbereichen belastet. Dies ermöglichte die Überprüfung der erreichten Leistung, des Drehmoments und der Stabilität der Betriebsparameter.
Während der Untersuchungen wurde auch die Dichtheit aller Systeme analysiert. Öl-, Kraftstoff-, Kühl- und Ansaugleitungen wurden kontrolliert. Eventuelle Unregelmäßigkeiten können so noch vor dem Versand des Motors an den Kunden erkannt werden, was die Betriebssicherheit erheblich erhöht.
Der Prüfstand ermöglicht zudem die Bewertung der Leistung des Turboladers und des Einspritzsystems unter realer Last. Dadurch können Parameter überprüft werden, deren Kontrolle bei einem einfachen Motorstart auf einem Werkstattbock unmöglich ist.
Nach Abschluss aller Tests wird ein Bericht erstellt, der die wichtigsten Betriebsparameter der Einheit enthält. Der Kunde erhält eine Bestätigung, dass der Motor vor dem Einbau in die Maschine vollständige Tests durchlaufen hat. Dies ist besonders wichtig bei Maschinen wie dem Liebherr PR 736, die oft täglich mehrere Stunden unter sehr anspruchsvollen Bedingungen arbeiten.
Durch den Einsatz des Prüfstands sind wir in der Lage, das Ausfallrisiko nach einer Überholung erheblich zu minimieren. Die Möglichkeit, den Motor unter Last vollständig zu testen, ist einer der größten Vorteile unseres Liebherr-Dieselmotoren-Serviceangebots.
Einbau des Motors in die Liebherr PR 736 Planierraupe
Nach erfolgreichem Abschluss der Tests wurde der Motor zum Kunden transportiert. Unser mobiler Service führte den Einbau der Antriebseinheit in die Liebherr PR 736 Planierraupe durch. Wie beim Ausbau wurde auch hier ein vom Maschinenbesitzer bereitgestellter Kran genutzt.
Der Einbauprozess umfasste das präzise Einsetzen des Motors in den Maschinenraum, die Montage der Halterungen, den Anschluss des Kraftübertragungssystems sowie aller Hilfssysteme. Besondere Aufmerksamkeit wurde der korrekten Verlegung der Kraftstoff-, Elektro- und Kühlsystemleitungen gewidmet.
Nach Abschluss der Montage wurden die Betriebsfilter ausgetauscht, die Systeme entlüftet und eine Reihe von Funktionstests durchgeführt. Anschließend erfolgte die erste Inbetriebnahme im Beisein des Maschinenbedieners. Die Betriebsparameter wurden beim Fahren, Manövrieren und Ausführen von Arbeitsaufgaben überwacht.
Zudem wurde eine Dichtheitsprüfung aller Verbindungen durchgeführt, das Ansaugsystem, die Abgasverbindungen und die Befestigung der Anbauteile wurden überprüft. Nach Abschluss der Prüfungen wurde ein Montageprotokoll erstellt, das den ordnungsgemäßen Betrieb des Motors bestätigt.
Motorwartung nach der Überholung
Jeder überholte Motor ist durch eine Garantie abgedeckt. Wir empfehlen, die erste Serviceinspektion nach 50 Betriebsstunden durchzuführen. Bei diesem Besuch tauschen unsere Mechaniker die Filter aus, kontrollieren den Zustand der Verbindungen und überprüfen die Betriebsparameter der Einheit.
Weitere Serviceinspektionen werden alle 250 Betriebsstunden durchgeführt, mindestens jedoch alle drei Monate. Eine regelmäßige Wartung ermöglicht es, eine hohe Zuverlässigkeit des Motors aufrechtzuerhalten und seine Lebensdauer zu verlängern.
Maschinen, die den Liebherr D934 A7 Motor verwenden
Der Liebherr D934 A7 Motor findet in vielen Bau- und Industriemaschinen des Herstellers Liebherr Verwendung. Er ist unter anderem in Planierraupen, Radladern, Umschlagbaggern und anderen Spezialmaschinen zu finden, die unter schweren Betriebsbedingungen arbeiten.
Zusammenfassung
Die umfassende Überholung des Liebherr D934 A7 Motors, der in der Liebherr PR 736 Planierraupe zum Einsatz kommt, beinhaltete eine vollständige Diagnose, den Ausbau, die Überprüfung aller Komponenten, die Regeneration des Kurbel-Kolben-Systems, die Zylinderkopfreparatur, die Überprüfung des Kraftstoffsystems, Tests auf dem Motorenprüfstand sowie den professionellen Einbau in die Maschine.
Dank der durchgeführten Arbeiten erhielt der Kunde eine voll funktionsfähige Antriebseinheit zurück, die für den jahrelangen Betrieb bereit ist. Eine zusätzliche Absicherung bietet die geplante Inspektion nach 50 Betriebsstunden, die von unserem mobilen Service durchgeführt wird.
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