Überholung des Volvo D12E Motors in einem Volvo L180F Radlader
Umfassender Service des Volvo D12E Motors in einer Volvo L180F Maschine
Ein Volvo D12E Motor aus einem Volvo L180F Radlader ist in unserer Werkstatt eingetroffen. Der Ausbau der Antriebseinheit wurde von unserem mobilen Serviceteam in der Nähe von Kielce in der Woiwodschaft Heiligkreuz (Świętokrzyskie) durchgeführt. Nach einer Diagnose beim Kunden vor Ort wurde der Motor in unseren Hauptsitz nach Kojszówka transportiert, wo wir eine vollständige Überprüfung, Überholung und Tests auf dem Motorprüfstand durchgeführt haben.
Der Volvo L180F ist einer der bekanntesten Radlader, der in Kieswerken, Recyclingbetrieben, Schüttgutlagern und großen Umschlagunternehmen eingesetzt wird. Die Maschine zeichnet sich durch hohe Leistung, ein Betriebsgewicht von über 26 Tonnen und eine hohe Reißkraft aus. Für den Antrieb sorgt ein Sechszylinder-Volvo-D12E-Motor mit einem Hubraum von rund 12 Litern und einer Leistung von über 230 kW. Diese Konstruktion wird für ihre Langlebigkeit geschätzt, erfordert jedoch bei hohen Betriebsstunden einen professionellen Wiederaufbau und eine Regeneration. Die Parameter der Maschine und der L180F-Modellfamilie bestätigen den Einsatz von Aggregaten der Volvo D12-Serie mit 12 Litern Hubraum und einer Leistung von ca. 235 kW.
Der Grund für die Meldung waren zunehmende Probleme mit dem Motorölverbrauch, ein Leistungsabfall unter Last sowie eine starke Rauchentwicklung der Abgase. Der Bediener bemerkte zudem Startschwierigkeiten nach längeren Standzeiten. Die Erstdiagnose umfasste die Messung des Kompressionsdrucks, die Bewertung der Betriebsparameter während der Materialverladung und eine endoskopische Untersuchung der Zylinder. Die Ergebnisse deuteten auf einen erheblichen Verschleiß des Zylinder-Kolben-Systems hin. Zur Bestätigung führten wir einen Zylinder-Dichtheitstest und eine Ölverbrauchsanalyse durch. Die endgültige Entscheidung zur Überholung fiel, nachdem erhebliche Blow-by-Gase in das Kurbelgehäuse und ungleichmäßige Kompressionswerte festgestellt wurden.
Ausbau des Volvo D12E Motors aus dem Volvo L180F Radlader
Wir haben mit dem Ausbau direkt am Einsatzort der Maschine begonnen. Der Kunde stellte den für das sichere Herausheben der Antriebseinheit erforderlichen Kran zur Verfügung. Unsere Mechaniker sicherten das Kühlsystem, das Ansaugsystem, die Kraftstoffleitungen sowie die elektrische Anlage. Anschließend wurden die Anbauteile demontiert, die das Herausnehmen des Motors aus dem Maschinenraum behinderten.
Jede Leitung, jeder Stecker und jedes Befestigungselement wurde entsprechend markiert, damit die spätere Montage gemäß der Service-Dokumentation des Herstellers erfolgen kann. Besondere Aufmerksamkeit galt dem Hydrauliksystem und den Kabeln der elektronischen Motorsteuerung. Nach dem Trennen der Kupplung, der Motorlager und aller Installationen wurde das Volvo D12E Aggregat aus der Maschine gehoben und für den Transport in die Werkstatt vorbereitet.
Nach dem Transport des Motors zu unserem Hauptsitz wurde mit einer detaillierten Überprüfung aller Komponenten begonnen. Durch die fachgerechte Sicherung beim Transport konnte die Vollständigkeit der Anbauteile gewahrt und eine umfassende Diagnose des gesamten Antriebsstrangs durchgeführt werden.
Überprüfung des Motors in der Werkstatt
Nach der Annahme des Motors in der Werkstatt führten wir einen Kurbelwellen-Drehtest und eine detaillierte äußere Sichtprüfung durch. Anschließend wurde der Motor komplett in seine Einzelteile zerlegt. Alle Elemente wurden einer technologischen Reinigung und präzisen Messungen unterzogen.
Die Überprüfung bestätigte die früheren Vermutungen bezüglich eines erheblichen Verschleißes der Zylinder, Kolben und Kolbenringe. Es waren Spuren langjährigen Betriebs und erhöhtes Spiel zwischen den zusammenwirkenden Teilen erkennbar. Zudem wurde ein Verschleiß der Haupt- und Pleuellager festgestellt.
Wir haben auch eine vollständige Überprüfung der Kurbelwelle durchgeführt, einschließlich der Messung der Zapfen, der Überprüfung der Ölkanäle und der Kontrolle des Wellenrundlaufs. Die Pleuelstangen wurden auf Geometrie, Torsion und Biegung untersucht. Zudem wurde der Zustand der Nockenwelle, der Ölhauptpumpe und aller Komponenten des Schmiersystems bewertet.
Der Zylinderkopf wurde zerlegt und einer Dichtheitsprüfung in einem beheizten Wasserbad unterzogen. Ventilführungen, Ventilsitze und Dichtflächen wurden überprüft. Die Kontrolle ergab die Notwendigkeit einer vollständigen Regeneration des Zylinderkopfs.
Auch der Turbolader wurde bewertet. Die Untersuchung des Axial- und Radialspiels zeigte einen Verschleiß der rotierenden Teile, weshalb beschlossen wurde, ihn zu regenerieren. Zusätzlich wurden das Einspritzsystem und die Betriebsparameter der Einspritzdüsen überprüft.
Regeneration und Reparatur des Volvo D12E Motors
Kurbel-Kolben-System
Die Reparatur begann mit der Regeneration des Kurbel-Kolben-Systems. Die Kurbelwelle wurde geschliffen und anschließend mit neuen Haupt- und Pleuellagern bestückt. Es wurden neue Kolben, Kolbenringe und Zylinderlaufbuchsen eingebaut, die den Anforderungen des Herstellers entsprechen.
Die Pleuelstangen durchliefen eine vollständige Geometriekontrolle und wurden für den weiteren Betrieb vorbereitet. Alle Komponenten des Schmiersystems wurden gründlich gereinigt, um das Risiko einer erneuten Verunreinigung auszuschließen.
Zylinderkopf-Regeneration
Im Rahmen der Zylinderkopf-Regeneration wurden das Planen der Dichtfläche sowie der Austausch von Ventilführungen, Ventilen und Ventilschaftdichtungen durchgeführt. Nach Abschluss der Arbeiten wurde der Kopf erneut einer Dichtheitsprüfung unterzogen, was die Eignung für den weiteren Betrieb bestätigte.
Kraftstoffsystem
Das Kraftstoffsystem wurde im Detail überprüft. Die Einspritzdüsen wurden auf Spritzmuster und Öffnungsdruck getestet. Reparaturbedürftige Komponenten wurden regeneriert. Dadurch konnte der ordnungsgemäße Kraftstoffverbrennungsprozess wiederhergestellt werden.
Motoranbauteile
Der Turbolader wurde an einen Spezialbetrieb zur Regeneration übergeben. Zudem wurden Lichtmaschine, Anlasser, Kühlmittelpumpe und elektronische Steuerungskomponenten überprüft. Alle Dichtungen, Betriebsschläuche und verschlissene Bauteile wurden ausgetauscht.
Professioneller Zusammenbau des Motors
Nach Abschluss aller Regenerationsprozesse wurde mit dem Zusammenbau der Antriebseinheit begonnen. Die Montage erfolgte streng nach der Service-Dokumentation von Volvo. Jedes Element wurde unter Einhaltung der entsprechenden Anzugsmomente und Kontrollverfahren eingebaut.
Beim Zusammenbau haben wir besonders auf die korrekte Einstellung der Steuerzeiten, das Einhalten der Montageabstände und die Dichtheit aller Systeme geachtet. Jede Baugruppe wurde zusätzlich von einem zweiten Mechaniker kontrolliert, wodurch das Risiko von Montagefehlern ausgeschlossen wird.
Vor dem ersten Start erfolgten eine Vorschmierung des Ölsystems und eine Überprüfung aller Verbindungen. Dadurch war der Motor optimal auf die nachfolgenden Tests auf dem Prüfstand vorbereitet.
Test des Volvo D12E Motors auf dem Motorprüfstand
Einer der wichtigsten Schritte des gesamten Prozesses war der Test auf unserem Motorprüfstand. Genau die Möglichkeit, vollständige Belastungstests durchzuführen, stellt einen der größten Vorteile von WIBAKO gegenüber vielen Werkstätten dar, die Dieselmotorüberholungen anbieten.
Nach der Montage wurde der Motor auf einem Teststand installiert, der mit einem System zur Überwachung der Betriebsparameter ausgestattet ist. Zuerst führten wir den Einfahrprozess durch. Das Aggregat lief über 16 Stunden lang bei einer Last von ca. 20–30 % des Nennwerts. Während dieser Zeit überwachten wir die Kühlmitteltemperatur, die Öltemperatur, den Schmierdruck, die Verbrennungsparameter und die Betriebsstabilität in verschiedenen Drehzahlbereichen.
Nach dem erfolgreichen Abschluss der Einfahrphase begannen wir mit den Volllasttests. Der Motor erreichte mehrfach seine maximalen Drehmoment- und Leistungswerte. Während der Untersuchungen überprüften wir die Reaktion des Aggregats auf plötzliche Lastwechsel, das Verhalten des Kraftstoffsystems und die Stabilität der thermischen Parameter.
Der Prüfstand ermöglicht zudem die Dichtheitsprüfung aller Systeme unter realer Last. Dadurch können selbst kleinste Öl-, Kraftstoff- oder Kühlmittelleckagen noch vor dem Einbau des Motors in die Maschine erkannt werden. Dies hilft, das Risiko teurer Ausfallzeiten nach der Inbetriebnahme der Maschine beim Kunden zu minimieren.
Während der Tests führten wir auch eine Abgasanalyse und eine Rauchgaskontrolle durch. Die erzielten Ergebnisse bestätigten die einwandfreie Funktion des Kraftstoffsystems und eine korrekte Verbrennung des Gemischs. Nach Abschluss der Prüfungen wurde der Motor erneut auf Dichtheit kontrolliert und für den Transport vorbereitet.
Durch den Einsatz des Prüfstands erhält der Kunde eine Antriebseinheit, die unter realitätsnahen Betriebsbedingungen überprüft wurde. Dies bedeutet ein deutlich höheres Maß an Sicherheit als bei Standardüberholungen ohne Belastungstests. Dies ist besonders wichtig für Maschinen wie den Volvo L180F, die oft viele Stunden am Tag unter hoher Belastung arbeiten.
Einbau des Motors in den Volvo L180F Radlader
Nach Abschluss der Tests wurde der Motor an den Kunden ausgeliefert. Der Einbau wurde von unseren Mechanikern mithilfe eines vom Maschinenbesitzer bereitgestellten Krans durchgeführt. Der Prozess umfasste das Einsetzen des Aggregats in den Motorraum, die Montage aller Befestigungspunkte sowie den Anschluss der Kraftstoff-, Elektro-, Hydraulik- und Kühlleitungen.
Große Aufmerksamkeit wurde der Überprüfung der Verrohrung des Ansaug- und Kühlsystems gewidmet. Alle Verbindungen wurden auf Dichtheit geprüft. Zudem wurden ausgewählte Betriebsschläuche und Filter ausgetauscht, die nach einer Überholung gewartet werden müssen.
Nach Abschluss der Montage führten wir eine Reihe von Teststarts durch. Anschließend wurden gemeinsam mit dem Bediener Funktionstests durchgeführt, die das Verladen von Material, das Fahren unter Last und die Arbeit der Hydraulik umfassten. Dabei wurden Betriebstemperaturen, Drücke und das Verhalten des Motors bei verschiedenen Drehzahlen überwacht.
Erst nach Erreichen der korrekten Parameter und der Bestätigung, dass keine Leckagen vorliegen, wurde das Montageprotokoll ausgestellt. Die Maschine wurde für den weiteren Betrieb übergeben.
Motorwartung nach der Überholung
Jeder Motor nach einer Überholung ist durch eine Garantie abgedeckt und bietet die Möglichkeit einer weiteren Wartung durch WIBAKO. Wir empfehlen, die erste Inspektion nach 50 Betriebsstunden durchzuführen. Bei diesem Besuch tauschen unsere Mechaniker die Filter aus, kontrollieren die Dichtheit aller Systeme und überprüfen die Verbindungen zwischen dem Motor und den übrigen Komponenten der Maschine.
Wir empfehlen, weitere Inspektionen alle 250 Betriebsstunden, mindestens jedoch einmal alle drei Monate, durchzuführen. Regelmäßige Wartung hilft, die hohe Zuverlässigkeit des Volvo D12E Aggregats über viele weitere Betriebsjahre hinweg aufrechtzuerhalten.
Maschinen mit dem Volvo D12E Motor
Motoren der Volvo D12-Familie wurden nicht nur in Volvo L180F Radladern eingesetzt. Diese Aggregate finden sich auch in anderen großen Radladern, Umschlagmaschinen, ausgewählten Muldenkippern und speziellen Industriemaschinen von Volvo. Die Sechszylinder-Konstruktion mit rund 12 Litern Hubraum war über Jahre hinweg einer der Basismotoren des Herstellers.
Zusammenfassung
Die durchgeführte Überholung des Volvo D12E Motors stellte die volle Betriebsbereitschaft des Volvo L180F Radladers wieder her. Der Arbeitsumfang umfasste Diagnose, Ausbau, umfassende Überprüfung, Regeneration von Komponenten, Wiederaufbau des Kurbel-Kolben-Systems, Zylinderkopfreparatur, Kontrolle des Kraftstoffsystems, Tests auf dem Motorprüfstand und den professionellen Einbau in die Maschine.
Dank bewährter Serviceverfahren und dem Einsatz des Motorprüfstands erhielt der Kunde ein Aggregat, das für den langjährigen Betrieb bereit ist. Nach 50 Betriebsstunden führen unsere Servicetechniker die erste Kontrollinspektion durch, um die ordnungsgemäße Funktion aller Systeme zu bestätigen.
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