Motorüberholung Liebherr D 9408 TI-E im Mobilkran Liebherr LTM 1800

Der Mobilkran Liebherr LTM 1800 ist eine der bekanntesten Maschinen im Segment der schweren Geländekrane. Die Konstruktion dieser Maschine wurde für Einsätze unter schwierigen Bedingungen im Bauwesen, in der Energiewirtschaft und in der Industrie konzipiert, bei denen hohe Traglasten und Arbeitsstabilität erforderlich sind. Für den Antrieb sorgt die im Fahrgestell montierte V8-Dieseleinheit Liebherr D 9408 TI-E mit einer Leistung von ca. 420 kW.

Dieser Motor ist für den Betrieb unter hohen und wechselnden Lasten ausgelegt. Eine hohe Laufkultur und ein über einen weiten Drehzahlbereich verfügbares Drehmoment sorgen dafür, dass das Aggregat perfekt mit den Hydrauliksystemen des Krans zusammenarbeitet. Intensive Nutzung, häufige Lastzyklen sowie der Betrieb unter staubigen Bedingungen und wechselnden Temperaturen führen jedoch zu natürlichem Verschleiß der Komponenten.

Unser Baumaschinenservice wurde zur Diagnose und Überholung der Antriebseinheit gerufen, da ein spürbarer Leistungsverlust und ein erhöhter Motorölverbrauch auftraten. Die Maschine war im Raum Katowice im Einsatz, anschließend wurde der Motor zur vollständigen Regeneration an unseren Hauptsitz in Kojszówka transportiert.

Erstdiagnose an der Maschine

Im ersten Schritt führten wir die Diagnose direkt beim Kunden durch. Der Bediener meldete einen Leistungsabfall des Krans sowie einen unruhigen Motorlauf unter Last. Zusätzlich wurde eine erhöhte Rauchemission bei größerer Belastung festgestellt.

Die Basisdiagnose umfasste die Kontrolle des Ansaugsystems, des Kraftstoffsystems sowie das vorläufige Auslesen der Betriebsparameter der Einheit. Anschließend wurde ein Kompressionstest durchgeführt, der ungleichmäßige Werte an ausgewählten Zylindern ergab. Dies deutete auf einen möglichen Verschleiß der Kolben-Zylinder-Komponenten hin.

Nach Bestätigung der Unregelmäßigkeiten wurde der Motor für den Ausbau und eine vollständige Werkstattprüfung qualifiziert.

Ausbau des Liebherr D 9408 TI-E Motors

Der Ausbau des Motors erfolgte mithilfe eines vom Kunden bereitgestellten Krans. Unser Serviceteam begann mit der Sicherung aller Hilfssysteme der Maschine, einschließlich des Kühlsystems, des Ansaugsystems und der Kraftstoffleitungen.

Jedes Element wurde entsprechend markiert, um eine ordnungsgemäße Montage nach Abschluss des Regenerationsprozesses zu gewährleisten. Anschließend wurden die Motoranbauteile wie Lichtmaschine, Anlasser und die mit dem Motor zusammenarbeitenden Hydraulikkomponenten getrennt.

Der Motor wurde präzise aus dem Fahrgestellrahmen herausgehoben und für den Transport zu unserem Servicestützpunkt vorbereitet. Der gesamte Prozess wurde gemäß den Sicherheitsnormen und den Herstellerverfahren durchgeführt.

Motorprüfung in der Werkstatt

Nach Ankunft der Einheit in der Werkstatt wurde mit der detaillierten Überprüfung begonnen. Bereits die Erstinspektion bestätigte den Verschleiß der Kolben-Zylinder-Komponenten, was mit den Betriebssymptomen übereinstimmte.

Der Motor wurde in seine Einzelteile zerlegt, und alle Komponenten wurden einer gründlichen Reinigung und Vermessung unterzogen. Besonderes Augenmerk galt den Zylindern, Kolben und Dichtringen.

Es wurde ein deutlicher Verschleiß der Zylinderlaufflächen festgestellt, was zu einem Kompressionsverlust und erhöhtem Blow-by-Gas in das Kurbelgehäuse führte. Zudem wurden an ausgewählten Kolben Überhitzungsspuren festgestellt.

Instandsetzungs- und Regenerationsprozess des Motors

Kurbeltrieb

Im Kurbeltrieb wurde eine umfassende Regeneration durchgeführt. Die Zylinder wurden mechanisch bearbeitet und gehont, wodurch ihre ursprünglichen Betriebsparameter wiederhergestellt wurden. Die Kolben wurden gegen neue ausgetauscht, und die Ringe wurden gemäß den Herstellertoleranzen angepasst.

Die Kurbelwelle wurde auf Rundlauf und Verschleiß der Zapfen geprüft. Nach den Messungen wurde die Welle geschliffen und neue Lagerschalen in der entsprechenden Maßklasse ausgewählt. Die Pleuelstangen wurden auf Geometrie und Gewicht überprüft.

Zylinderkopf

Der Zylinderkopf wurde einer vollständigen Regeneration unterzogen. Die Dichtfläche wurde geplant, Ventilführungen und Ventile wurden ausgetauscht. Ein Drucktest im Wasserbad bestätigte die ordnungsgemäße Dichtheit nach der Reparatur.

Kraftstoffsystem und Anbauteile

Die Einspritzpumpe wurde auf dem Prüfstand getestet und eingestellt. Die Einspritzdüsen wurden auf Spritzbild und Öffnungsdruck geprüft. Der Turbolader wurde auf Axial- und Radialspiel kontrolliert und anschließend regeneriert.

Lichtmaschine und Anlasser durchliefen eine standardmäßige elektrische Kontrolle und mechanische Funktionsprüfung.

Professionelle Motormontage

Nach Abschluss der Regeneration wurden alle Komponenten gemäß der Liebherr-Servicedokumentation zusammengebaut. Die Montage erfolgte unter kontrollierten Bedingungen unter Verwendung von spezialisierten Drehmomentwerkzeugen.

Jedes Element des Systems wurde genau eingepasst, und alle Dichtungen wurden durch neue ersetzt. Der Motor wurde für die Funktionstests vorbereitet.

Test auf dem Motorenprüfstand

Nach Abschluss der Montage wurde der Liebherr D 9408 TI-E Motor auf dem Prüfstand in Betrieb genommen. Die erste Phase umfasste den Betrieb unter leichter Last für etwa 16 Stunden. Während dieser Zeit wurden Parameter wie Öldruck, Abgastemperatur und die Stabilität des Aggregats überwacht.

Anschließend wurde der Motor Belastungstests im Bereich von 20-30% der Nennleistung unterzogen. Ziel dieser Phase war es, die Stabilität unter Bedingungen zu prüfen, die dem realen Betrieb im Kran nahekommen.

In der nächsten Phase wurden Volllasttests durchgeführt. Der Motor wurde mehrfach in verschiedenen Drehzahlbereichen belastet, was eine genaue Überprüfung seiner Arbeitscharakteristik ermöglichte. Es wurden ein korrektes Drehmoment und stabile Verbrennungsparameter registriert.

Der Prüfstand ermöglicht zudem die Erkennung eventueller Unregelmäßigkeiten, die erst während des Maschinenbetriebs auftreten könnten. Dadurch erhält der Kunde eine vollständig geprüfte und einsatzbereite Einheit.

Montage des Motors im Kran Liebherr LTM 1800

Die Montage des Motors in der Maschine erfolgte am Einsatzort des Krans im Raum Katowice. Der Prozess begann mit der Vorbereitung des Motorraums und der Prüfung aller Montagepunkte. Die Verrohrung des Ansaugsystems sowie die Kühlmittelleitungen wurden ausgetauscht, um die vollständige Dichtheit der Anlage zu gewährleisten.

Der Motor wurde mithilfe eines Krans präzise in den Fahrgestellrahmen abgesenkt. Anschließend wurden die mechanischen und elektrischen Verbindungen gemäß der Herstellerdokumentation hergestellt. Jede Verbindung wurde auf Dichtheit und korrekte Montage geprüft.

Im nächsten Schritt wurden das Kraftstoff- und das Kühlsystem in Betrieb genommen. Es wurden Dichtheitstests sowie eine Kontrolle aller Leitungen unter Last durchgeführt. Danach erfolgte die Erstinbetriebnahme des Motors in Anwesenheit des Maschinenbedieners.

Der Motor lief stabil, ohne Leckagen und ohne ungewöhnliche Vibrationen. Nach den positiven Tests wurde das Montageprotokoll unterzeichnet. Der gesamte Prozess umfasste auch die abschließende Einstellung der Betriebsparameter sowie die Anpassung der Einheit an das Hydrauliksystem des Krans.

Nach der Montage wird eine Wartung nach 50 Betriebsstunden empfohlen, die den Austausch der Filter sowie die Kontrolle der mechanischen Verbindungen umfasst.

Zusammenfassung

Die durchgeführte Überholung des Liebherr D 9408 TI-E Motors ermöglichte die Wiederherstellung der vollen Leistungsfähigkeit des Antriebsaggregats im Kran Liebherr LTM 1800. Dank der umfassenden Regeneration und den Tests auf dem Motorenprüfstand erhielt der Kunde eine voll funktionsfähige und geprüfte Komponente, die bereit für den weiteren Einsatz ist.

Der Einsatz einer vollständigen Diagnose sowie präziser mechanischer Bearbeitungsprozesse ermöglichte die Beseitigung von Problemen im Zusammenhang mit Kompressionsverlust und Verschleiß der Kolbenelemente.

Regelmäßige Wartung und die Kontrolle nach 50 Betriebsstunden gewährleisten einen langfristigen und störungsfreien Betrieb des Aggregats.

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