Ein von uns überholter John-Deere-Motor sollte zurück in eine Horizontalbohranlage Vermeer D36x50. Scheinbar einfach: einbauen, anschließen, starten. Der Haken: Wir hatten diesen Motor nicht selbst ausgebaut – Verlauf von Leitungen, Steckern und Anbauteilen musste Schritt für Schritt rekonstruiert werden.
Einbau von Motor und Pumpe
Zuerst haben wir den Motorraum aufgeräumt und gereinigt und alle losen Teile beiseitegelegt, damit nichts beschädigt wird. Der Motor wurde mit dem Hallenkran eingesetzt und auf die Lager gesetzt, wobei auf die Lage des Ölablaufs unter dem Motor zu achten war. Danach haben wir:
- den Kühler abgebaut, um Platz zu gewinnen,
- Riemen, Lüfter und Lichtmaschine montiert,
- die Hydraulikpumpe eingebaut – in der engen Einbausituation musste jemand Schlankes hineinklettern, um die Schrauben anzusetzen,
- Kraftstoff, Hydraulikleitungen (mit neuen O-Ringen), Hydrauliktank und Ladeluftverrohrung angeschlossen.
Alte, spröde Kühlmittelschläuche haben wir durch neue ersetzt, damit sie im Betrieb nicht platzen und eine Überhitzung verursachen. In der mit farbigen Kabelbindern markierten Elektrik fanden wir eine schlecht abgesicherte Sicherung mit Kurzschlussgefahr – sie wird ersetzt. Außerdem zeigte sich ein gerissener Kraftstoffzulaufschlauch; nachdem der Kunde einen neuen geliefert hatte, wurde er getauscht.
Dichtheitsprüfung mit Rauchgenerator
Nach dem Befüllen mit Hydrauliköl prüften wir das Kühlsystem mit einem Rauchgenerator – einem Gerät, das aus den Batterien der Maschine gespeist wird und einen eingebauten Kompressor hat. Der Rauch zeigt jede Undichtigkeit schnell an, das Manometer, ob das System den Druck hält. Das System war dicht, also füllten wir Kühlmittel ein.
Die Maschine springt nicht an
Alles war angeschlossen, doch der Anlasser reagierte nicht und das Steuergerät hatte keine Kommunikation. Wir mussten die Arbeit unterbrechen und die Schaltpläne studieren. Am nächsten Tag fanden wir zusammen mit dem Betriebselektriker die Ursache – überraschend banal: unterbrochene Leitungen unter dem Not-Aus-Taster. Der Schalter selbst war in Ordnung, aber der Stromkreis war offen, sodass die Maschine den Start blockierte.
Inbetriebnahme und Tests
Nach der Reparatur der Leitungen sprang der Motor an. Wir montierten die Gehäuse mit neuen Luftfiltern, prüften den Fehlerspeicher (leer), ließen den Motor warmlaufen und kontrollierten die Dichtheit. Der Motor läuft gleichmäßig und ohne Leckagen. Der Kunde hat die Maschine abgeholt, wir sehen uns zum ersten Ölwechsel nach 50 Stunden.
Fazit
- Der Motoreinbau in eine von anderen zerlegte Maschine kostet zusätzliche Zeit für die Rekonstruktion der Anschlüsse – beim Ausbau Leitungen markieren.
- Springt die Maschine nicht an, zuerst die Sicherheitskreise prüfen, z. B. den Not-Aus.
- Ein Rauchgenerator ist eine schnelle und zuverlässige Methode zur Dichtheitsprüfung.
- Nach einer Motorüberholung ist der erste Ölwechsel nach etwa 50 Stunden fällig.
Siehe: Überholung von Verbrennungsmotoren und Baumaschinenservice.
Das Reparaturvideo ansehen: John-Deere-Motor eingebaut, alles angeschlossen… und die Vermeer SPRINGT NICHT AN!
