Motorüberholung des Liebherr D936 A7 im Kettenbagger Liebherr R 946

Der Kettenbagger Liebherr R 946 ist eine Maschine für schwere Erdarbeiten, Infrastrukturprojekte sowie den Einsatz in Steinbrüchen und Industrieanlagen. Die Konstruktion dieser Maschine wurde auf hohe Hydraulikleistung, große Losbrechkraft und einen stabilen Betrieb während vieler Arbeitsstunden ausgelegt. Im vorliegenden Fall führten wir eine umfassende Überholung des Motors Liebherr D936 A7 durch, der nach vielen tausend Betriebsstunden unter schwierigen Bedingungen verschleißbedingt instandgesetzt werden musste.

Der Liebherr D936 A7 ist ein sechszylindriger Dieselmotor mit einem Hubraum von 10,52 Litern, der in Bau- und Umschlagmaschinen der Marke Liebherr eingesetzt wird. Diese Einheit zeichnet sich durch ein hohes Drehmoment und eine hohe Belastbarkeit im Dauereinsatz aus. Der Hersteller setzte ein Common-Rail-System sowie ein fortschrittliches Kühlsystem ein, das für schwere Arbeitsbedingungen ausgelegt ist. Je nach Konfiguration erreicht der Motor etwa 220 kW Leistung bei 1800 U/min.

Unser Service wurde von einem Unternehmen kontaktiert, das Erdarbeiten im Raum Kattowitz durchführt. Die Maschinenführer bemerkten einen erhöhten Motorölverbrauch, starke Rauchentwicklung unter Last sowie einen schrittweisen Leistungsverlust beim Arbeiten mit einem schweren Löffel. Zusätzlich traten Startprobleme nach längeren Standzeiten der Maschine auf. Unser mobiler Baumaschinenservice fuhr zum Standort des Baggers, um eine erste Diagnose durchzuführen.

Diagnose des Liebherr D936 A7 Motors im Liebherr R 946

Der erste Schritt bestand in der Analyse der Motorparameter beim Start sowie unter hydraulischer Belastung. Die Mechaniker überprüften das Ansaugsystem, maßen den Öldruck und kontrollierten die Funktion des Turboladers. Bereits bei der ersten Kontrolle wurden Blow-by-Gase im Kurbelgehäuseentlüftungssystem sowie eine erhöhte Rauchentwicklung beim Beschleunigen festgestellt.

Anschließend führten wir eine Kompressionsmessung an allen Zylindern durch. Die Ergebnisse zeigten deutliche Unterschiede zwischen den einzelnen Zylindern, was auf Verschleiß der Kurbeltriebskomponenten hinwies. Danach erfolgte ein Dichtheitstest der Zylinder sowie eine endoskopische Untersuchung der Brennräume. Die Endoskopkamera zeigte sichtbare Verschleißspuren an den Zylinderlaufbuchsen sowie Ablagerungen auf den Kolbenböden.

Bei der Analyse der Einsatzhistorie stellte sich heraus, dass die Maschine überwiegend bei schweren Erdarbeiten sowie beim Verladen von Gesteinsmaterial eingesetzt wurde. Der langandauernde Betrieb unter hoher Belastung führte zu natürlichem Verschleiß der Zylinder, Kolbenringe sowie weiterer Komponenten des Kurbeltriebs. Auf Grundlage der durchgeführten Tests wurde die Entscheidung getroffen, den Liebherr D936 A7 Motor vollständig zu überholen.

Ausbau des Motors aus dem Kettenbagger Liebherr R 946

Nach Freigabe des Arbeitsumfangs begannen wir mit dem Ausbau der Antriebseinheit aus der Maschine. Die Demontage wurde von unseren Servicetechnikern im Raum Kattowitz unter Verwendung eines vom Kunden bereitgestellten Krans durchgeführt. Der gesamte Prozess erforderte eine entsprechende Sicherung der Maschine sowie eine genaue Kennzeichnung aller Leitungen und Anschlüsse.

Zunächst wurden die Batterien abgeklemmt und die elektrische Anlage gesichert. Anschließend wurden Kühlmittel und Motoröl abgelassen. Die Mechaniker demontierten das Ansaugsystem, die Ladeluftleitungen, Komponenten des SCR-Systems sowie die komplette Verrohrung des Kühlsystems. Besonderes Augenmerk legten wir auf die Sicherung der Hydraulikleitungen in der Nähe des Motorraums, um das Eindringen von Verunreinigungen zu vermeiden.

Im nächsten Schritt wurden Kraftstoffleitungen, Kabelbäume sowie die Motorsteuerung getrennt. Beim Liebherr R 946 ist der Arbeitsraum rund um den Motor begrenzt, weshalb der Ausbau entsprechendes Fachwissen und Erfahrung erforderte. Nach dem Trennen aller Verbindungen wurde der Motor mithilfe eines Krans aus dem Maschinenraum gehoben und für den Transport zu unserem Standort in Kojszówka vorbereitet.

Nach der Anlieferung in die Werkstatt begannen wir mit der gründlichen Außenreinigung des Motors sowie der Vorbereitung für die Zerlegung. Bereits in diesem Stadium waren deutliche Spuren intensiver Nutzung sowie Verschmutzungen des Ansaugsystems durch den Einsatz in staubiger Umgebung sichtbar.

Prüfung des Liebherr D936 A7 Motors nach der Zerlegung

Der Prüfprozess begann mit der vollständigen Zerlegung des Motors in seine Einzelteile. Alle Komponenten wurden gründlich gereinigt und sowohl visuell als auch messtechnisch überprüft. Während der Zerlegung bestätigte sich die erste Diagnose hinsichtlich des Verschleißes des Kurbeltriebs.

An den Zylinderlaufbuchsen waren deutliche Verschleißspuren sowie feine Riefen sichtbar, die durch langjährigen Betrieb unter Belastung entstanden waren. Die Kolbenringe hatten ihre Dichtwirkung verloren, was zu Blow-by-Gasen und erhöhtem Ölverbrauch führte. Zusätzlich wurde ein teilweiser Verschleiß der Hauptlager des Kurbelwellenlagers festgestellt.

Die Kurbelwelle wurde einer detaillierten Prüfung unterzogen, einschließlich Messung der Hauptlagerzapfen, Rundlaufkontrolle sowie Prüfung der Ölkanäle. Es wurden keine Risse festgestellt, jedoch zeigten die Messungen die Notwendigkeit eines Regenerationsschliffs. Die Pleuelstangen wurden auf Verzug, Verdrehung und Überhitzungsspuren kontrolliert.

Auch der Zylinderkopf erforderte eine vollständige Regeneration. Wir führten eine Dichtheitsprüfung in einem beheizten Wasserbad unter Verwendung von Druckluft durch. Der Zylinderkopf selbst war dicht, jedoch waren die Ventilführungen und Ventilsitze verschlissen. Die Auslassventile zeigten Spuren hoher thermischer Belastung infolge langandauernder Arbeit unter Last.

Auch der Turbolader wurde überprüft. Die Messung des axialen und radialen Spiels zeigte die Notwendigkeit einer Regeneration des Rotors sowie des Austauschs der Dichtungselemente. Das Einspritzsystem wurde auf einem Prüfstand getestet. Die Einspritzdüsen mussten kalibriert und Verschleißteile ersetzt werden.

Regeneration des Kurbeltriebs

Nach Abschluss der Prüfungen begannen wir mit dem Wiederaufbau des Liebherr D936 A7 Motors. Der erste Schritt war die Regeneration des Kurbeltriebs. Die Kurbelwelle wurde professionell geschliffen und anschließend präzise ausgewuchtet. Nach Abschluss der Bearbeitung erfolgte eine Maßkontrolle aller Lagerzapfen.

Im Motor wurden neue Haupt- und Pleuellager gemäß Herstellerspezifikation montiert. Ebenfalls ersetzt wurden die Zylinderlaufbuchsen, Kolben sowie der komplette Satz Kolbenringe. Alle Komponenten wurden entsprechend den Reparaturmaßen nach vorheriger Vermessung des Motorblocks und der Kurbelwelle ausgewählt.

Die Pleuelstangen wurden einer Geometriekontrolle sowie einer Überprüfung der Befestigungsschrauben unterzogen. Nach Abschluss der Arbeiten wurden alle Komponenten des Kurbeltriebs unter Einhaltung der vorgeschriebenen Anzugsmomente und Montageverfahren von Liebherr montiert.

Beim Zusammenbau des Motors legen wir großen Wert auf Präzision und technische Sauberkeit. Selbst kleinste Verunreinigungen können die Lebensdauer der überholten Einheit beeinflussen. Jeder Ölkanal wurde gründlich gereinigt und mit Druckluft ausgeblasen.

Regeneration des Zylinderkopfs und des Kraftstoffsystems

Der Zylinderkopf durchlief einen vollständigen Regenerationsprozess, der das Planen der Dichtfläche, den Austausch der Ventilführungen sowie die Montage neuer Ventile umfasste. Die Ventilsitze wurden mit Spezialwerkzeugen bearbeitet, um eine korrekte Dichtheit des Brennraums sicherzustellen.

Nach Abschluss der Bearbeitung wurde eine erneute Dichtheitsprüfung des Zylinderkopfs durchgeführt. Anschließend wurden die Ventilspiele gemäß der technischen Dokumentation des Liebherr D936 A7 eingestellt. Ebenfalls ersetzt wurden die Ventilschaftdichtungen sowie Verschleißteile des Steuertriebs.

Das Einspritzsystem wurde auf dem Prüfstand getestet. Die Einspritzdüsen erhielten neue Düsenköpfe sowie einen kompletten Satz Dichtungen. Nach der Regeneration erfolgte die Kalibrierung der Kraftstoffmengenparameter. Dadurch arbeitet der Motor nach der Überholung gleichmäßig und hält die korrekten Verbrennungsparameter ein.

Auch der Turbolader wurde regeneriert. Die Lager- und Dichtungselemente des Rotors wurden ersetzt. Nach dem Zusammenbau wurde der Turbolader dynamisch ausgewuchtet und für die erneute Montage vorbereitet.

Professionelle Montage des Liebherr D936 A7 Motors

Nach Abschluss aller Regenerationsarbeiten begannen wir mit dem professionellen Zusammenbau des Motors. Der Montageprozess wurde gemäß den Serviceunterlagen des Herstellers sowie unter Verwendung geeigneter Messwerkzeuge durchgeführt.

Die Mechaniker überprüften sorgfältig die Passungen aller Komponenten des Kurbeltriebs sowie die Montagespiele. Jede Schraube wurde mithilfe von Drehmomentschlüsseln entsprechend den vorgeschriebenen Anzugsmomenten angezogen. Es wurden neue Dichtungen, Leitungen und Verschleißteile verwendet.

Besondere Aufmerksamkeit widmeten wir auch dem Kühlsystem und dem Ansaugsystem. Verschlissene Leitungen, Schellen und Gummielemente zur Abdichtung der Luftzufuhr wurden ersetzt. Kühler und Ladeluftkühler wurden gründlich gereinigt, da Verschmutzungen dieser Komponenten häufig zu erhöhten Motortemperaturen führen.

Nach dem Zusammenbau der Einheit wurde das Ölsystem vorgefüllt und der Öldruck beim Durchdrehen des Motors kontrolliert. Dadurch konnte die korrekte Schmierung bereits vor dem ersten Start überprüft werden. Anschließend wurden die Nebenaggregate, die Lichtmaschine, der Anlasser sowie das komplette Kraftstoffsystem montiert.

Der fertige Motor wurde für Tests auf dem Motorprüfstand vorbereitet. Vor dem Start überprüften wir alle Verbindungen, die Dichtheit der Systeme sowie die korrekte Funktion der elektronischen Sensoren.

Test des Liebherr D936 A7 Motors auf dem Motorprüfstand

Einer der wichtigsten Schritte des gesamten Überholungsprozesses war der Test des Motors auf unserem Motorprüfstand. Dieser Schritt ermöglicht die Überprüfung der Antriebseinheit noch vor dem Einbau in die Maschine. Dadurch erhält der Kunde einen unter voller Arbeitslast getesteten Motor.

Nach dem ersten Start lief der Motor mehrere Stunden unter Teillast von etwa 20–30 % der Nennleistung. Während dieser Zeit überwachten wir die Kühlmitteltemperatur, den Öldruck, die Verbrennungsparameter sowie die Funktion des Common-Rail-Systems. Zusätzlich wurden die Dichtheit aller Verbindungen sowie die Stabilität der Betriebsparameter kontrolliert.

Nach Abschluss der Einlaufphase wurde der Motor mehrfach bis zu den Arbeitswerten belastet, die dem Betrieb des Liebherr R 946 entsprechen. Der Prüfstand ermöglicht uns eine sehr genaue Kontrolle von Drehmoment, Abgastemperaturen sowie der Betriebsparameter des Turboladers. Dadurch können selbst kleinste Unregelmäßigkeiten noch vor dem Einbau in die Maschine erkannt werden.

Während der Tests führten wir ebenfalls eine Analyse des Kraftstoffsystems sowie eine Bewertung der Reaktion des Motors auf plötzliche Lastwechsel durch. Dies ist besonders wichtig bei Kettenbaggern, die unter hoher hydraulischer Belastung arbeiten. Der Liebherr D936 A7 erreichte nach der Überholung korrekte Betriebsparameter sowie stabile Öldruckwerte.

Der Motorprüfstand ist ein großer Vorteil unseres Dieselmotorservices. Nur wenige Unternehmen, die Motorüberholungen für Baumaschinen durchführen, verfügen über die Möglichkeit, die Einheit vor dem Einbau vollständig zu testen. Dadurch minimieren wir das Risiko von Problemen bei der Inbetriebnahme der Maschine beim Kunden. Jeder Test wird dokumentiert, und der Kunde erhält Informationen über die Betriebsparameter des Motors nach der Überholung.

Nach Abschluss der Belastungstests wurde der Motor erneut auf Dichtheit und mögliche Leckagen überprüft. Die Filter sowie das Öl wurden nach der Einlaufphase gewechselt. Erst nach erfolgreichem Abschluss aller Prüfungen wurde die Einheit zum Einbau in die Maschine freigegeben.

Einbau des Motors in den Liebherr R 946

Der Motoreinbau wurde von unserem mobilen Service im Raum Kattowitz durchgeführt. Wie bereits beim Ausbau wurde ein vom Kunden bereitgestellter Kran verwendet. Vor dem Einsetzen der Einheit bereiteten wir den Motorraum sorgfältig vor und überprüften den Zustand der Motorhalterungen und Lager.

Der Motor wurde unter Einhaltung aller Herstellervorgaben eingebaut. Anschließend wurden Kühlsystem, Kraftstoffleitungen, elektrische Anlage sowie das komplette Ansaugsystem angeschlossen. Besonders sorgfältig überprüften wir die Dichtheit aller Luftverbindungen, da selbst kleine Undichtigkeiten die Funktion des Turboladers und die Verbrennungsparameter beeinflussen können.

Nach dem Anschluss der Nebenaggregate befüllten wir die Betriebssysteme und entlüfteten das Kraftstoffsystem. Anschließend wurde der erste Motorstart in Anwesenheit des Maschinenführers durchgeführt. Während der Tests überprüften wir die Reaktion der Hydraulik, die Betriebstemperatur sowie das Verhalten der Einheit unter Arbeitslast.

Die Mechaniker führten außerdem eine zusätzliche Dichtheitskontrolle der Hydraulikleitungen in der Nähe des Motors durch und überprüften die Funktion der Kühlerlüfter. Nach Erreichen der korrekten Betriebsparameter wurden eine Testfahrt sowie eine Prüfung der Arbeitsausrüstung durchgeführt.

Nach Abschluss aller Tests wurde ein Montageprotokoll erstellt und die Maschine dem Kunden zur weiteren Nutzung übergeben.

Liebherr D936 A7 Motor – Einsatz in Baumaschinen

Der Liebherr D936 A7 Motor wird in vielen Bau- und Umschlagmaschinen der Marke Liebherr eingesetzt. Diese Einheit kommt unter anderem in Kettenbaggern, Umschlagmaschinen sowie ausgewählten Maschinen im Industriesektor zum Einsatz.

Dank seines großen Hubraums und hohen Drehmoments eignet sich der Motor hervorragend für schwere Erdarbeiten sowie den Dauerbetrieb unter hydraulischer Belastung. Gleichzeitig erfordert er regelmäßige Wartung sowie hochwertige Betriebsstoffe.

Unser Service führt umfassende Reparaturen von Liebherr-Motoren sowie Wartungsarbeiten an Baumaschinen verschiedener Hersteller durch. Wir übernehmen die Demontage und Montage der Antriebseinheiten direkt beim Kunden und transportieren die Motoren anschließend zu unserem Standort in Kojszówka, wo die Überholung und die Prüfstandtests durchgeführt werden.

Zusammenfassung der Überholung des Liebherr D936 A7 Motors

Die umfassende Überholung des Liebherr D936 A7 Motors im Kettenbagger Liebherr R 946 ermöglichte die vollständige Wiederherstellung der Maschinenleistung und die Beseitigung der Probleme im Zusammenhang mit dem Verschleiß des Kurbeltriebs. Dank präziser Diagnose, professioneller Regeneration sowie Prüfstandtests erhielt der Kunde eine Einheit, die für viele weitere Jahre im Einsatz vorbereitet ist.

Nach der Überholung empfahlen wir die erste Serviceinspektion nach 50 Betriebsstunden. Unser mobiler Service führt die Kontrolle der Verbindungen, den Filterwechsel sowie die Bewertung des Motorbetriebs nach der Einlaufphase durch. Weitere Inspektionen erfolgen alle 250 Betriebsstunden, jedoch mindestens alle drei Monate.

Wenn Sie sich für einen professionellen Service für Liebherr-Motoren, eine Motorüberholung für Baumaschinen oder die Diagnose einer Einheit auf dem Motorprüfstand interessieren, kontaktieren Sie unser Team.

Überholung des Liebherr D936 A7 Motors

Wir führen umfassende Überholungen von Liebherr D936 A7 Motoren durch, die in Liebherr R 946 Kettenbaggern eingesetzt werden. Unser mobiler Service übernimmt die Demontage und Montage des Motors direkt beim Kunden, und jede Einheit wird nach der Überholung auf dem WIBAKO-Motorprüfstand getestet.