Schwenkwerk- und Rotatorschaden am Liebherr LH35 – Diagnose und Reparatur Schritt für Schritt

Ein Umschlagbagger Liebherr LH35 kam mit zwei Problemen zu uns. Erstens ein lauter, ruckelnder Greiferrotator – die Vibrationen übertrugen sich auf den ganzen Ausleger und die Maschine, am stärksten beim Anfahren des Schwenkwerks. Zweitens Öl, das aus dem Behälter des Schwenkgetriebes austrat. Das Video zeigt die Diagnose beider Fehler und die Reparatur Schritt für Schritt.

Rotator: Motoren bis an die Grenze verschlissen

Der Rotatorantrieb besteht aus zwei kleinen Hydraulikmotoren, die in das Hauptzahnrad eingreifen. Vor der Demontage haben wir die gesamte Baugruppe gewaschen – bei so verschmutzten Komponenten erspart sauberes Arbeiten viel Ärger. Nach dem Öffnen der Motoren war die Sache klar: Auf Laufbahn und Zahnrädern hatten sich deutliche Stufen gebildet, die Flächen waren kantig statt glatt. Bei diesem Verschleiß lohnt keine Instandsetzung, deshalb haben wir zwei neue Motoren aus unserem Lager eingebaut.

Schwenkwerk: Woher kommt das Öl im Getriebe?

Bei dieser Maschine hat das Schwenkgetriebe einen Behälter mit Minimum- und Maximum-Markierung. Fällt der Wellendichtring des Getriebes aus, sinkt der Ölstand. Hier war es umgekehrt – der Ölstand stieg und lief oben über. Das bedeutete, dass Hydrauliköl vom Schwenkmotor oder von der Schwenkwerksbremse in das Getriebe gelangte.

Vor der Demontage des Motors haben wir die Bremse geprüft: externer Druck von ca. 35–36 bar (wie im System) und Ventil geschlossen. Der Druck blieb stabil, also war die Bremse dicht und der Schwenkmotor musste die Ursache sein.

Reparatur des Schwenkmotors

Nach dem Ausbau fanden wir zwei mögliche Leckstellen: den äußeren O-Ring und den Wellendichtring. Die Maschine hat über 20.000 Betriebsstunden – der Wellendichtring war steinhart, und der O-Ring ragte kaum noch aus der Nut. Die Welle war in gutem Zustand. Trotzdem haben wir den gesamten Motor zerlegt, um weitere Schäden auszuschließen: Kolben und Zylinder mussten nur geläppt und poliert werden. Wir ersetzten die Dichtungen, sicherten den Wellendichtring mit einem Sicherungsring und montierten die Triebwerksgruppe mit Fett. Nach dem Anziehen der Anschlussplatte prüfen wir immer mit dem Schlüssel, ob sich die Welle frei dreht – in der Maschine wäre es zu spät.

Nach dem Einbau zeigte das Manometer weiterhin 35 bar – die Bremse ist dicht. Zum Schluss haben wir das Getriebeöl des Schwenkwerks aufgefüllt.

Ölfiltration statt Ölwechsel

Der Kunde fragte zu Recht: Wenn die Rotatormotoren verschlissen sind, wo sind die Späne? Antwort: im Tank und im System. Das Öl war erst kürzlich zusammen mit Pumpe und Filtern gewechselt worden. Statt es abzulassen, haben wir über Nacht ein Filteraggregat angeschlossen. Das gefilterte Öl kann bedenkenlos in der Maschine bleiben.

Ergebnis

Wir bieten Überholung von Hydraulikpumpen und -motoren, Filterung von Hydrauliköl und Baumaschinenservice.

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