In unsere Werkstatt kam eine Hydraulikpumpe DPVO 165 aus einem Mobilbagger Liebherr A316. Der Kunde hatte sie ausgebaut und eingeschickt, weil die Maschine laut wurde und Steuerungsprobleme auftraten. Das Video zeigt den gesamten Weg der Pumpe: Demontage und Befundung, Austausch verschlissener Teile und Test auf unserem Prüfstand. Dabei beantworten wir die Frage, wie oft solche Pumpen gewartet werden sollten.
Die Schwachstelle: Lager der Schwenkwiege
Bei Pumpen dieses Typs fallen am häufigsten die Lager der Schwenkwiege aus. Wenn sie zerfallen, zerstören sie die Triebwerksgruppe, und Späne gelangen in das gesamte Hydrauliksystem. Deshalb empfehlen wir, die Pumpe nach etwa 10.000 Betriebsstunden zur Prüfung und zum Lagerwechsel einzuschicken. Das kostet wenig im Vergleich zu einer neuen Pumpe und der Reinigung einer verschmutzten Hydraulik.
Demontage und Befundung
Wir begannen oben: Steuerpumpe, Regler, Anschlussplatte und Flansch. Um die Gehäuse zu trennen, muss die Sicherung des Stellkolbens gelöst werden. Danach entnahmen wir die Triebwerksgruppe, die Antriebswelle und die Schwenkwiege und lösten die Lagersicherung (je vier Innensechskantschrauben pro Seite).
Die erste Befundung zeigte keine mechanischen Schäden an der Triebwerksgruppe, aber mehrere Teile mussten ersetzt werden:
- Lager der Schwenkwiege – ihr Zustand erforderte den Austausch (wir ersetzen sie ohnehin bei jeder Instandsetzung, da sie die empfindliche Stelle dieser Pumpen sind),
- Hilfspumpe (Zahnradpumpe) – innen stark verschlissen und nicht mehr instandsetzbar,
- Kupplung auf der Antriebsseite – sie war zu nah an das Gehäuse gewandert und hatte daran gerieben; die wahrscheinlichste Ursache der Geräusche.
Die Ursache der Steuerungsprobleme war mit bloßem Auge nicht zu erkennen. Deshalb sollte die Pumpe nach dem Zusammenbau auf den Prüfstand, wo wir den Betrieb in der Maschine simulieren. Befund und Kostenvoranschlag gingen zur Freigabe an den Kunden.
Reparatur und Montage
Nach der genauen Befundung blieb der Umfang gleich: neuer Lagersatz für die Schwenkwiege, kompletter Dichtungssatz mit Wellendichtring und eine neue Zahnradpumpe – aus unserem Lager, sodass der Kunde nicht auf Teile warten musste. Die Sicherungsschrauben der Lager werden mit Schraubensicherung montiert, damit Wärme und Vibrationen sie nicht lösen. Die Triebwerksgruppe wird vor der Montage gefettet und jeder Kolben mit Öl benetzt. Beim Anziehen der Schrauben der Anschlussplatte ist Vorsicht geboten, um das Gewinde nicht zu beschädigen.
Test auf dem Prüfstand
Auf dem Prüfstand wurde die Pumpe warmgefahren und unter baggerähnlichen Bedingungen geprüft. Ergebnis: Die Pumpe läuft leise, ruckelt nicht und regelt sehr gleichmäßig. Nach dem Test wurde sie lackiert und an den Kunden versandt.
Fazit
- Eine Pumpenprüfung mit Wechsel der Schwenkwiegenlager alle ca. 10.000 Stunden ist eine günstige Vorsorge gegen teure Schäden.
- Lauter Betrieb bedeutet nicht immer eine zerstörte Pumpe – manchmal sind Kupplung oder Hilfspumpe schuld.
- Ein Prüfstandstest nach der Instandsetzung bestätigt die korrekte Regelung, bevor die Pumpe zurück in die Maschine geht.
Jede eingehende Pumpe prüfen wir kostenlos noch am selben Tag. Mehr dazu: Überholung von Hydraulikpumpen und -motoren.
Das Reparaturvideo ansehen: Wie oft sollte man Baggerpumpen warten? Was fällt aus? – DPVO 165
