Ein Kunde bat uns, in einen Radlader Liebherr L564 einen Motor einzubauen. Den Motor haben wir eingebaut, doch beim Anbau der Hydraulik stellte sich heraus, dass der gesamte Pumpensatz ausgebaut und ungeschützt im Gras und Schlamm gelegen hatte. So etwas kann man nicht einfach wieder anschrauben – deshalb kam der Lader in unsere Werkstatt und die Hydraulik zur Befundung.
Befundung des Pumpensatzes
Der Satz bestand aus drei Pumpen – A10, A11 und A4 – sowie dem Pumpenverteilergetriebe. Nach einer ersten Wäsche zerlegten wir sie nacheinander, immer beginnend mit Regler und Steuerung, damit diese nicht stören oder beschädigt werden.
- A10 – innen voller Öl, zum Glück ohne Wasserspuren. Lagerschalen zu tauschen, die übrigen Teile (Zylindertrommel, Steuerscheibe, Kolben) schleifen und läppen.
- A11 – ohne größere Schäden: schleifen und läppen, dazu wie üblich ein kompletter Dichtungssatz.
- A4 – Scheibe und Zylinder in gutem Zustand, leichter Rost am Stellkolben, der sich beseitigen ließ. Die Kolben wurden auf Dichtheit geprüft.
- Pumpenverteilergetriebe – der O-Ring des Deckels war korrodiert und überhitzt und musste ersetzt werden; die Zahnräder waren in gutem Zustand, daher genügten Reinigung, neue Dichtungen und ein neuer Wellendichtring.
Trotz der schlechten Lagerung war der Zustand der Pumpen gut. Verschlissene Teile wurden durch neue ersetzt, weiter verwendbare geläppt und geschliffen.
Montage und Tests
Beim Zusammenbau wird jede Triebwerksgruppe mit Öl benetzt, damit sie nie trocken läuft, und die Lager werden gefettet. Die Schrauben der Rückzughalter werden mit Schraubensicherung montiert, Wellen mit Sicherungsringen gesichert und neue Wellendichtringe eingesetzt. Jede Pumpe wurde nach der Montage auf unserem Prüfstand getestet, danach wurde der komplette Satz mit dem Getriebe verschraubt und samt Hydraulikleitungen in die Maschine eingebaut.
Inbetriebnahme und Probefahrt
In diesem 24-Tonnen-Lader haben wir also sowohl den Dieselmotor als auch die Arbeitshydraulik überholt – beide zuvor auf dem Prüfstand getestet. Nach dem Start beseitigten wir einige Undichtigkeiten und ersetzten einen altersbedingt klemmenden Gaszug. Vor der Probefahrt prüften wir noch den Luftfilter – ein Punkt, den Kunden oft vergessen. Ein überholter Motor braucht saubere Luft, und das Filtergehäuse muss dicht sein.
Der Lader fährt, lenkt und bremst, die Arbeitsausrüstung arbeitet einwandfrei. Vor der Übergabe wird die Maschine noch länger unter realen Bedingungen getestet, auch mit voll erwärmter Hydraulik.
Fazit
- Ausgebaute Hydraulikkomponenten müssen geschützt werden – Anschlüsse verschließen und überdacht lagern. Wasser und Schmutz in einer Pumpe führen direkt zu einer teuren Reparatur.
- Pumpen, die lange außerhalb der Maschine lagen, sollten vor dem Einbau immer geprüft werden.
- Getrennte Prüfstandstests für Motor und Hydraulik und anschließend ein Test der ganzen Maschine ermöglichen eine Übergabe ohne Überraschungen.
Unsere Leistungen: Überholung von Hydraulikpumpen und -motoren, Überholung von Verbrennungsmotoren und Baumaschinenservice.
Das Reparaturvideo ansehen: Wie aus einem einfachen Motoreinbau eine komplette Hydrauliküberholung wurde – Liebherr L564
