Generalüberholung des Liebherr D936 A7 Motors im Liebherr L 566 Radlader
Der Liebherr L 566 Radlader ist eine Maschine, die bei schweren Umschlagarbeiten, im Zuschlagstoffabbau, in Recyclinganlagen sowie bei großen Infrastrukturprojekten eingesetzt wird. Dieses Modell wird für seine hohe Losbrechkraft, das leistungsstarke Hydrauliksystem und den langlebigen hydrostatischen Antrieb geschätzt, der typisch für die Marke Liebherr ist. Im Rahmen dieses Projekts führten wir eine umfassende Generalüberholung des Liebherr D936 A7 Motors durch, der in einer Maschine im Raum Katowice eingesetzt wurde. Unser mobiler Baumaschinenservice demontierte die Antriebseinheit direkt beim Kunden vor Ort, anschließend wurde der Motor zu unserem Hauptsitz in Kojszówka transportiert.
Der Liebherr D936 A7 Motor ist ein Sechszylinder-Dieselmotor, der in Off-Highway-Maschinen unter hoher Belastung eingesetzt wird. Die Einheit zeichnet sich durch ein hohes Drehmoment bei niedriger Drehzahl sowie eine hohe Widerstandsfähigkeit gegenüber langem Dauerbetrieb aus. Bei dieser Maschine meldete der Betreiber einen schrittweise steigenden Ölverbrauch, Leistungsverlust unter Volllast sowie starke Rauchentwicklung unter Belastung. Zusätzlich wurde ein erschwertes Startverhalten bei höherer Betriebstemperatur festgestellt.
Die erste Diagnose wurde noch im Liebherr L 566 Radlader durchgeführt. Unsere Mechaniker führten eine Messung des Kompressionsdrucks, eine Analyse der Motorbetriebsparameter sowie eine Überprüfung des Ansaug- und Kühlsystems durch. Zusätzlich erfolgte eine endoskopische Kontrolle der Zylinder. Die Ergebnisse deuteten auf einen übermäßigen Verschleiß der Zylinder und Kolben hin, was zu Kompressionsverlust und erhöhtem Blow-by in das Kurbelgehäuse führte. Zur Bestätigung der Diagnose führten wir außerdem eine Analyse des Ölverbrauchs sowie eine Kontrolle des Kurbelgehäuseentlüftungssystems durch. Die Diagnose bestätigte die Notwendigkeit einer umfassenden Generalüberholung des Liebherr D936 A7 Dieselmotors.
Ausbau des Liebherr D936 A7 Motors aus dem Liebherr L 566 Radlader
Der Motorausbau wurde von unserem mobilen Serviceteam direkt am Einsatzort der Maschine durchgeführt. Der Liebherr L 566 Radlader wurde ordnungsgemäß für die Servicearbeiten vorbereitet, indem Hydrauliksystem, elektrische Anlage und Kühlsystem gesichert wurden. Der Kunde stellte einen Kran zur Verfügung, der für den sicheren Ausbau der Antriebseinheit aus dem Motorraum erforderlich war.
Der Demontageprozess begann mit dem Abklemmen der Batterien und der Sicherung aller elektrischen Installationen. Anschließend wurden die Anbauteile entfernt, die den Ausbau des Motors erschwerten, darunter Ansaugleitungen, Abgasanlage, Kühler und Kraftstoffleitungen. Ein besonders wichtiger Schritt war die genaue Kennzeichnung aller Leitungen und Anschlüsse, was die spätere Montage des Motors nach der Überholung erheblich erleichterte.
Während der Demontage führten unsere Mechaniker zusätzlich eine Dichtheitsprüfung des Kühlsystems sowie eine Bewertung des Zustands der Motorlager und der Antriebskupplung durch. Der Liebherr D936 A7 Motor wurde anschließend mit Hebeschlingen angehoben und sicher aus dem Maschinenraum entfernt. Nach dem Verschließen aller technischen Öffnungen wurde die Einheit für den Transport in die Werkstatt vorbereitet.
Bei großen Radladern ist die ordnungsgemäße Sicherung der Hydraulikleitungen und Komponenten des Ansaugsystems gegen Verunreinigungen besonders wichtig. Selbst kleinste Verschmutzungen könnten nach dem erneuten Start Schäden am Turbolader oder Kraftstoffsystem verursachen. Deshalb wurde jeder Arbeitsschritt gemäß den Servicevorgaben des Herstellers durchgeführt.
Überprüfung des Liebherr D936 A7 Motors
Nach der Anlieferung des Motors in die Werkstatt begannen wir mit der detaillierten Überprüfung der Antriebseinheit. Der Prozess begann mit dem Drehen der Kurbelwelle und der Kontrolle des Axialspiels. Anschließend wurde der Motor vollständig in seine Einzelteile zerlegt.
Während der Zerlegung bestätigten sich die bisherigen Vermutungen über den übermäßigen Verschleiß des Kurbeltriebes. Die Zylinderlaufbuchsen wiesen deutliche Verschleißspuren auf, während die Kolben Anzeichen von Überhitzung und erhöhtem Blow-by zeigten. Die Kolbenringe hatten ihre Dichtfunktion verloren, was zu Kompressionsverlust und erhöhtem Motorölverbrauch führte.
Wir führten außerdem eine vollständige Überprüfung der Kurbelwelle durch. Diese umfasste eine Sichtprüfung, die Vermessung der Haupt- und Pleuellagerzapfen, die Kontrolle des Rundlaufs sowie die Prüfung der Ölkanäle. Die Überprüfung ergab die Notwendigkeit eines Kurbelwellenschliffs sowie den Einbau neuer Lagerschalen.
Die Pleuelstangen wurden auf Verdrehung und Längsbiegung geprüft. Außerdem kontrollierten wir den Zustand der Pleuelschrauben und das Gewicht der einzelnen Komponenten. Die Nockenwelle wurde auf Verschleiß der Nocken und Lagerzapfen überprüft. Während der Überprüfung des Zylinderkopfes führten wir eine Dichtheitsprüfung in einem erhitzten Wasserbad durch. Der Zylinderkopf wies keine Risse auf, jedoch wurden verschlissene Ventilführungen sowie verbrannte Ventilsitze an einigen Auslassventilen festgestellt.
Das Kraftstoffsystem wurde zur weiteren Diagnose weitergeleitet. Die Einspritzpumpe wurde auf einem Prüfstand getestet, während die Einspritzdüsen Sprühbild- und Dichtheitsprüfungen unterzogen wurden. Zusätzlich kontrollierten wir den Turbolader auf axiales und radiales Spiel der Welle.
Regeneration des Kurbeltriebes
Die Reparatur des Liebherr D936 A7 Motors begann mit der Regeneration des Kurbeltriebes. Der Motorblock wurde gründlich gereinigt und für den Einbau neuer Zylinderlaufbuchsen vorbereitet. Es wurden neue Kolben, Kolbenringe sowie ein kompletter Satz Haupt- und Pleuellager eingebaut.
Die Kurbelwelle wurde professionell geschliffen und anschließend geometrisch vermessen sowie ausgewuchtet. Dadurch konnten die korrekten Betriebsparameter des Motors wiederhergestellt und übermäßige Vibrationen beseitigt werden.
Jedes Bauteil wurde vor der Montage gemäß der Service-Dokumentation des Herstellers vermessen. Besonderes Augenmerk legten wir auf die korrekten Einbauspiele und die Sauberkeit der Ölkanäle. In Motoren von Baumaschinen können bereits kleinste Verunreinigungen zu vorzeitigem Verschleiß neuer Komponenten führen.
Beim Zusammenbau des Kurbeltriebes wurden neue Befestigungsschrauben sowie ein kompletter Dichtungssatz verwendet. Alle Verbindungen wurden entsprechend den vorgeschriebenen Drehmoment- und Winkelwerten für den Liebherr D936 A7 Motor angezogen.
Regeneration des Zylinderkopfes
Der Zylinderkopf wurde einer umfassenden Regeneration unterzogen. Der Prozess umfasste das Planen der Dichtfläche, den Austausch der Ventilführungen sowie den Einbau neuer Ventile. Die Ventilsitze wurden unter Einhaltung der entsprechenden Dichtheitsparameter bearbeitet.
Nach Abschluss der Bearbeitung führten wir erneut eine Dichtheitsprüfung des Zylinderkopfes durch. Dadurch konnte das Fehlen von Mikrorissen bestätigt und die Qualität der ausgeführten Arbeiten überprüft werden. Zusätzlich wurden die Ventilschaftdichtungen ersetzt und die Ventilfedern kontrolliert.
Bei Motoren in Radladern gehört der Zylinderkopf zu den am stärksten belasteten Komponenten der Antriebseinheit. Maschinen dieses Typs arbeiten häufig viele Stunden ohne Unterbrechung unter hoher Belastung des Kühl- und Verbrennungssystems. Deshalb hat eine fachgerechte Regeneration des Zylinderkopfes einen enormen Einfluss auf die Lebensdauer des gesamten Motors.
Reparatur des Kraftstoffsystems und der Nebenaggregate
Das Kraftstoffsystem des Liebherr D936 A7 Motors wurde vollständig diagnostiziert und regeneriert. Die Einspritzpumpe wurde auf dem Prüfstand überprüft und eingestellt. Die Einspritzdüsen erhielten neue Düsen und wurden gemäß den Herstellervorgaben kalibriert.
Der Turbolader wurde zerlegt und hinsichtlich Verschleiß des Rotors sowie Dichtheit des Schmiersystems überprüft. Während der Arbeiten wurden Verschleißteile ersetzt und die rotierende Einheit ausgewuchtet. Außerdem kontrollierten wir die Abgaskrümmer, das Ansaugsystem und die Druckleitungen.
Lichtmaschine und Anlasser wurden einer elektromechanischen Überprüfung unterzogen. Verschleißteile wurden ersetzt und Belastungstests durchgeführt. Dadurch erhielt der Kunde eine vollständig überholte und für lange Betriebszeiten vorbereitete Antriebseinheit.
Professioneller Zusammenbau des Liebherr D936 A7 Motors
Der Zusammenbau des Motors wurde von erfahrenen Mechanikern durchgeführt, die auf die Wartung von Liebherr Dieselmotoren spezialisiert sind. Jeder Montageschritt erfolgte gemäß der technischen Dokumentation des Herstellers. Besonderes Augenmerk lag auf den korrekten Anzugsdrehmomenten und der richtigen Einstellung der Steuerzeiten.
Vor dem Verschließen des Motors wurden die Ventilspiele kontrolliert und die freie Drehbarkeit der Kurbelwelle überprüft. Anschließend wurden die Nebenaggregate, das Kraftstoffsystem und der Turbolader montiert. Alle Öl- und Kraftstoffleitungen wurden gründlich gereinigt oder ersetzt.
Der Motor wurde mit den entsprechenden Betriebsflüssigkeiten befüllt und für den ersten Start auf dem Motorprüfstand vorbereitet. Dank des präzisen Montageprozesses konnten Risiken von Undichtigkeiten und Betriebsproblemen nach der Installation minimiert werden.